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Die Kunst der a-sozialen Kommunikation

provokativ - subtil - eloquent - zielgerichtet in Rhetorik/ Dialektik/ Eristik (Streitkunst)/ Rabulistik (Wortverdreherei)/ SchlagFertigkeit/ Feedback/ Körpersprache

Der Philosoph Peter Sloterdijk (Der Spiegel 26/2017) warnt davor, dass wir Menschen in einer heißen Phase der Globalisierung leben und versteht zugleich unsere Synchronwelt als Angriff auf unsere mentalen Strukturen. Wir Menschen sind nicht darauf vorbereitet, mit Abermilliarden Zeitgenossen zusammen zu leben (koexistieren), da durch die Globalisierung die Indiskretion triumphiert und die Welt unser Wohnzimmer zugleich ist.

Doch diese Konvivenz erfordert zugleich auch ein anderes Verhalten, da wir als „Kleingruppengeschöpf“ und „Hordenwesen“ nun zu Kosmopoliten werden – eine Situation, die neu für uns ist. Der Begriff Kosmopolit ist übrigens 2.400 Jahre alt, eigentlich als Schimpfwort gedacht, verwendet von den Kynikern/Zynikern, die ihn scherzhaft für den Wanderer zwischen Tonne und Weltall gebrauchten.

Der Begriff „a-sozial“ bezeichnet deshalb positiv den bewussten Austritt aus gewachsenen Gemeinschaftsformen, sozial bewährten und routinierten Verhaltensregeln - so entstanden Philosophie und Religionen, Geheimgesellschaften und Revolutionen.

Folgerichtig ist es deshalb notwendig, dass wir auch unsere Kommunikation asozial überarbeiten, eine permanente geistige Mobilität fördern, kommunikative Regeln aufstellen … und brechen, prozessuale Paradigmenwechsel initiieren. Aber bitte anders als es beispielsweise der US-Präsident Donald Trump via Twitter tut und kommunikative Brandherde und Flächenbrände oder aber auch politische Debatten auf einem 140-Zeichen-Scheiterhaufen entzündet.

Reflektieren Sie deshalb konsequent Ihre Kommunikation, verstehen Sie sich behutsam als asozialen Musterbrecher, befruchten Sie damit die Kommunikationsprozesse um sich herum, im und für Ihr Unternehmen, promoten Sie gekonnt Ihre Leistungen.

Leider verwechseln viele Zeitgenossen die Ergebnisse aus dem Lauf der Dinge mit den selbstverantworteten Resultaten aus Wille und Tat, stellen Sie sich deshalb auch bewusst dieser kommunikativen Herausforderung! Aber auch hier wiederum ist Vorsicht geboten, denn viele Comedians, Fernsehsatiriker und Kabarettisten etikettieren verbale Bösartigkeiten als Satire und entziehen damit der Verleumdung den Klageboden… Selbstreflexion ist also geboten, bevor Sie den Mund auftun und Ihre Wirkung auf andere ausüben.

11 a-soziale Regeln, die Sie aus der Masse herausführen:

  1. Jeder öffentliche oder firmeninterne Auftritt ist ein Beitrag zu Ihrer persönlichen Reputation, also bereiten Sie sich gründlich vor.
  2. Sie sind seit Kindheitstagen gewohnt, Fragen zu beantworten, lernen Sie deshalb die 3-T-Regel der Schlagfertigkeit … und bewerten Sie zunächst Fragen, denn: jede Antwort legimitiert die Frage.
  3. Sie sprechen ca. 8x schneller als Ihr Gegenüber die Information verarbeitet, haben während eines Satzes x-Gedanken im Kopf, also: Komplexitätsreduktion durch langsames Sprechen ist das Gebot der Stunde.
  4. Storytelling“ hören Sie landauf, landab. Doch die meisten Vergessen, dass eine gute Story immer im Präsens stattfindet, denn ansonsten denken die Zuhörer: „ein Invalide, der gerne über den längst vergangenen Krieg erzählt…“
  5. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ ist falsch, denn nur das richtige Bild transportiert die Botschaft, aber der Verzicht auf ein Bild reduziert die Interpretationsmöglichkeit.
  6. „Wer fragt, der führt!“ ist überholte Binsenweisheit zweitklassiger Seminare, der erfolgreiche Kommunikator führt mittels Appellen/Imperativen.
  7. W-Fragen in Vorträgen sind fehl am Platz und irrtümlich als „rhetorische Fragen“ missverstanden -  senden Sie statt dessen Botschaften!
  8. „Wofür stehen Sie?“ – eine Frage, die bei vielen Gesprächspartnern Schweißausbrüche verursacht. Trainieren Sie die Selbstdarstellung als wesentlichen Faktor des Image-IQ („persönlicher Elevator-Pitch“).
  9. Erlernen Sie die wesentlichen Grundmuster der Schwarzen Rhetorik, denn Dialektiker überreden statt überzeugen und unangenehme Gesprächspartner zielen statt auf die Sache auf Ihre Person.
  10. Zeigen Sie konsequent Souveränität und Authentizität durch intensiven Blickkontakt! Aber Vorsicht: eine gelegentliches Blinzeln gehört dazu und ermöglicht Ihnen erst Ihr Lächeln.
  11. Nutzen Sie das „Bredemeier-Feedback“ – intrinsische Motivierung statt Motivation, Du- statt Ich-Botschaft, Prozessbeschreibung statt Resultatsbewertung, denn:  Feedbackgespräche sind keine moderne Inquisition.

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