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Bekämpfen Sie Ihre Furcht vor "Sprachgewaltigen"

Überwinden Sie Ihre Angst vor bestimmten Situationen, bekämpfen Sie Ihre Furcht vor „sprachgewaltigen“ Gesprächspartnern und lernen Sie, Lampenfieber und Aufregung geschickt zu kanalisieren.

George Bernhard Shaw bezeichnete Angst als Triebfeder des Krieges, Josef Kirschner sieht Helden aus der Angst vor der Schande entstehen.

Und wir sprechen hier von Angst in vielerlei Hinsicht. In manigfaltiger Ausprägung.

Gespräche werden Sie immer verlieren, wenn Sie:

  • Lampenfieber oder übersteigerte Nervösität in kritischen Situationen überdeutlich zeigen,
  • Angst oder Befürchtungen haben, Besitztümer oder Angestammtes zu verlieren
  • Die Realität und damit verbundene Wahrheit ungewiss oder Angst einjagend ist. 

Wer Angst vor gewissen Situationen hat oder sparchgewaltige Diskussionspartner befürchtet und sich in bestimmten Situationen unter Stress oder Aufregung erlebt, der hat nur eine Alternative, sprichwörtlich gesagt: „Friss oder stirb!“

Doch so hart ist die Realität nicht. Die Alternative für Gesprächssituationen, die uns Kopfzerbrechen oder ein ungutes Gefühl vermitteln, heißt statt dessen:

Blockieren Sie sich ruhig weiterhin selbst oder arbeiten Sie konsequent an dem jeweiligen kritischen Punkt!

Ein Beispiel:

Der Abteilungsleiter in einem mittelständigen Unternehmen wurde zu einer für das Unternehmen sehr wichtigen geschäftlichen Verpflichtung hinzugebeten, da er die Produktseite fachlich vertreten sollte. Neben den eigenen beiden Geschäftsführern waren noch seitens des Kunden drei weitere Gesprächspartner geladen.

Zu seinen beiden Geschäftsführern hatte der Abteilungsleiter ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Der eine, Mitinhaber des Unternehmens, förderte ihn bereits seit seinem Unternehmensbeitritt. Der andere, neu hinzugekommene Geschäftsführer, sah in ihm den Vertreter angestammter Privilegien und suchte die Auseinandersetzung immer wieder auf eine sehr subtile aber letztlich destruktive Weise.

Ahnungslos erwartete der Abteilungsleiter den geschäftlichen Termin und war locker, schließlich hatte er solche Verpflichtungen bereits mehrfach gemeistert. Drei Tage vorher lief er bei einem Meeting seinem Förderer über den Weg, dieser sprach ihn in einem Nebensatz auf den anstehenden Geschäftstermin an: „Übrigens, wir haben an diesem Abend eine wirklich exquisite Küche zu erwarten, wie Sie wissen, gibt es ein neues japanisches Restaurant, wo man nur mit Mühe und unter Vorbestellung einen Tisch bekommt. Der Vorschlag kam von meinem Kollegen, der daran dachte, unsere Kunden auch auf diese Weise einmal zu überraschen!“

Der Abteilungsleiter fühlte sich wie vom Blitz getroffen – eine gelungene Überraschung? Nein, eine fatale Bescherung!
Es war der Anfang vom Ende.

Er setzte langsam, aber sicher auf Blockade:

  • Was kann da alles schief gehen?
  • Ich werde mich in allen Punkten blamieren, weiß ich doch noch nicht einmal, die Stäbchen richtig zu halten,
  • die ganze Runde wird mich belächeln, zu Recht,
  • Mein mißgönnischer Geschäftsführer will mich an diesem Abend vorführen ... und das gelingt ihm,
  • Mein „Förderer“ wird über diese Sache niemals hinwegsehen können und mich ebenfalls abschreiben,
  • „Mein Gott – warum hast Du mich verlassen?!“

Zwei Tage ohne andere Gedanken als solche des Misslingens führten ihn in ein endloses vallis lacrymarum, ein ewiges Jammertal.
Zwei halbwachgelegene Nächte mit wilden Träumen gaben ihm den Rest.
Besser kneifen als komplett zu versagen. Er meldete sich am dritten Tage krank ... und verlies etwa ein halbes Jahr später das Unternehmen.

Momentan arbeitet er in dem neuen Unternehmen sehr erfolgreich, hat gute Aufstiegschancen und hofft auf keine Wiederholung einer solchen Situation, die wiederum in einer Blockade enden würde. Eine andere Möglichkeit sieht er nicht.
Bearbeiten tut er seine latente, unterschwellige Angst und Furcht auch nicht.
„Fatum“ – Schicksal ergeht über ihn, er bestimmt es nicht.

Ein anderes Beispiel:

Der Geschäftsführer - ein rationaler, sachbezogener Wissenschaftler - eines Industrieverbandes hatte zum wiederholten Male eine „Begegnung der ganz anderen Art“, wie er es auszudrücken pflegte. Ein ihm bestens bekannter Journalist hatte ihn wieder einmal zu Interview geladen, ein gewiefter Medien-Profi, der ihn bereits zweimal böse vor dem Publikum mit seinen Verbalattacken ausgebremst hatte. Er bekam panische Angst, befürchtete wiederum das dritte verbale „knock-out“.

Dieses Mal, so schwor er sich, läuft es anders.
Eine ganze Woche lang bereitete er sich vor, ließ sich einen Tag coachen, ging alle eventuell anstehenden Fragen und seine Botschaften durch. Sagte zweitrangige Termine ab. Seine Konzentration galt dem Auftritt.
Anstatt sich – wie üblich – 14 Stunden im Büro aufzuhalten, ging er mittags eine Stunde spazieren, beendete gegen 17. Uhr seinen Arbeitstag – und programmierte sich auf seinen Auftritt. In Gedanken ging er immer wieder die typischen Fragen, gedachte verbale Angriffe und Vorwürfe durch.
Und er zog am Tag des Auftrittes einen Trumpf aus dem Ärmel, den er sich vorher hineingesteckt hatte. Anders, als es ansonsten sein Stil war, attackierte er den Journalisten bereits vor der Sendung: „Sie sind – und das sage ich Ihnen nun einmal vor unserem dritten Auftritt deutlich – ein selbstgefälliger Fatzke, der weder am Thema noch am Gesprächspartner ein besonderes Interesse hat und dessen eigene Profilierung im Vordergrund steht....- so, ich gehe jetzt einmal in die Maske!“

Der vollkommen überraschte Journalist blieb stehen und grollte vor sich hin.
Der Sendebeginn zum Verbraucherthema verlief dementsprechend. Kaum hieß es: ...und ab!“, da holte der Journalist mit einem Verbalhammer aus, knallte dem Geschäftsführer seine erste Provokation an den Kopf...und erwartete einen Ablauf wie bei den vorhergehenden Interviews.
Doch überraschend lehnte sich der Geschäftsführer zurück, lächelte seinen Kontrahenden an und entgegnete:
„Im Interesse der Zuschauer stellen Sie Ihre eigene Profilierung einmal hinten an und widmen sich dem Thema. Und verlassen Sie nun endlich einmal die provokative Schiene. Also zum Thema: wir haben seitens des Verbandes ...!“
Der wiederum überraschte Journalist spielte zähneknirschend mit und blieb (einiger Maßen) sachlich.
Für den Geschäftsführer geriet sein dritter Auftritt endlich einmal zum Erfolg. Und diesen hatte er sich vorgenommen!

Was lernen Sie daraus?

  • Stellen Sie sich einer vermeintlichen Niederlage und setzen Sie alles daran, diese erfolgreich in einen Sieg umzumünzen.
  • Niederlagen entstehen im Kopf, Siege auch.
  • Erst, wenn Sie sich aufgeben, verlieren Sie eine Konfrontation. Kämpfen Sie statt dessen!
  • Eine erwartete Niederlage, die auch folgerichtig eintritt, ist nachhaltig. Sie brennt in Ihrem Elefantengedächtnis.
  • Eine Fliege macht noch keinen Sommer, eine Niederlage macht Sie noch lange nicht zum Dauerverlierer, haken Sie das Erlebnis ab – und ergreifen Sie die Initiative.
  • Entgegnen Sie Gesprächen, vor denen Sie zittern und Angst haben, mit gründlicher Vorbereitung.
  • Es kommt auf den Inhalt an, aber Ausschlag gibt die Verpackung!
  • Werden Sie sich über Ihre Ziele klar – und verfolgen Sie diese konsequent und mit professioneller Vorbereitung.
  • Checken Sie ab, was passieren könnte, welche Fragen gestellt werden könnten, welche Themen eventuell angesprochen werden – und legen Sie sich die entsprechenden Antworten und Ihre wichtigen Botschaften zurecht.
  • Starten Sie innere Dialoge, gehen Sie zu erwartende Gesprächssequenzen durch und formulieren Sie laut Ihre Entgegnungen und überlaut Ihre Positionen. Erst durch die laute Formulierung werden diese „abgreifbar“!

Im oben angeführten Beispiel verpackte der Geschäftsführer seine Botschaft so, dass der Journalist nicht umhin konnte, auf sein Verlangen einzugehen und „im Interesse des Publikums“ sachlich zu bleiben, sachlich zu werden.