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Vermeiden Sie Argumentationsfallen

Nicht jeder setzt jederzeit bewusst Manipulationstechniken zielorientiert ein oder verwendet bewusst Scheinargumente. Manchmal resultieren diese auch aus dem Erklärungszwang, aus der Hilflosigkeit.

Nachfolgend erhalten Sie die wichtigsten Argumentationsfallen und Scheinmanöver präsentiert, die Sie kennen müssen, um in der Gesprächsführung die Oberhand zu behalten.
Hier verweise ich auf Ansätze aus dem Buch „Manipulationstechniken“ von Erdmüller/Wilhelm, wobei gerade unter den Argumentationstechniken nichts anderes als eine Diversifizierung innerhalb der Alternativtechnik zu sehen ist.

1. Die Schwarz-Weiß-Argumentation/Argumentationsfehlschlüsse

Bitte vergleichen Sie hierzu die Fragetechnik unter der Alternativfrage. Es werden bei dieser Technik in der Argumentation die Alternativen auf „entweder-oder“ reduziert.
Entweder gilt es sich für A zu entscheiden oder für B. Weitere Alternativen sind unzulässig oder nicht vorgesehen.

Mögliche, weitere Alternativen werden dabei manchmal zusätzlich ausgeklammert, so dass sich ein weiteres Vorgehen auf zwei letztlich nur mögliche Wege reduziert.

Beispiele:

  • „Entweder Sie entscheiden sich dafür oder dagegen!“
  • „Entweder stellen Sie sich hinter den Vorschlag oder gegen die Belegschaft!“

Gegenstrategie: der „goldene“ Mittelweg – ein Kompromiss, beispielsweise die Akzeptanz der Vorgehensweise mit zusätzlichen Rahmenbedingungen.

2. Die Argumentationsabfolge

In der Argumentation wird eine falsche Abfolge von Ereignissen oder von Themen in einer Kausalkette logisch oder zeitlich aufgezählt.

Ein Beispiel:

„In unserem Vorgehen müssen wir nacheinander folgende Schritte einleiten.

Zuerst A, nämlich ....,
dann B, nämlich ...,
dann C, nämlich ...,
und zuletzt D, nämlich ....!“

Wiederum zeigt sich eine eingeschränkte Argumentationskette, die keine Parallelprozesse zulässt und sich zwar logisch oder zeitlich plausibel anhört, aber es nicht unbedingt sein muss.

Gegenstrategie: Leiten Sie andere Schritte ab oder regen Sie an, Parallellprozesse zu gestalten, damit sprengen Sie erfolgreich diese falsche Argumentationsfolge und das zugrundeliegende Denkmuster.

3. Pseudo-Beweise

Die Analogiefalle beruht auf der Gleichsetzung einer Aussage mit einer Analogie, die beispielsweise auf einer Gesetzmäßigkeit, einem Physik- oder Naturgesetz beruht.

Natürlich muss es nicht jedes Mal „klar wie Kloßbrühe“ sein , aber so läuft es.

Ein Beispiel:

„Der Venture-Kapitalmarkt ist zu Zeit versiegt, so wie jede Quelle versiegt, die einen anderen Abfluss erfährt.“

„Sie werfen den Banken vor, dass Sie den Anleger über den Tisch ziehen? Da können Sie ja direkt jeden Anleger entmündigen lassen!“

Gegenstrategie: Lehnen Sie die Analogie als unbegründet oder als Fehlschluss ab: „Sie wissen genau, dass Sie gerade Äpfel mit Birnen vergleichen!