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Sie müssen nicht alle Informationen abrufbar haben

...kontrollieren Sie lieber den Gesprächsverlauf! 95 Prozent der Informationen, die wir abgespeichert haben, basieren auf Hören-Sagen oder sind angelesen.

Und dennoch gibt es immer wieder Informationen, die uns in dem Moment der Abfrage nicht verfügbar sind. Die allerdings der Abfrage genüge tun, aber nichts mit dem Gesprächsverlauf oder der Gesprächskontrolle zu tun haben. Ein Beispiel dazu lieferte bereits vor Jahrzehnten der amerikanische Autokönig Henry Ford, der nur die Hauptschule besucht hatte, anderseits aber den zweitgrößten Autokonzern der Welt aus der Taufe hob.
Napoleon Hill wies in der 32. Auflage seines Buches „Think and grow rich!“ bereits auf Ford hin, der eines Tages in einer Chicagoer Zeitung lesen musste, er sei ein „unwissender Pazifist“. Klar, dass Ford dieses nicht auf sich beruhen ließ und eine Klage gegen den verantwortlichen Redaktuer anstrebte. Dessen Anwälte wiederum versuchten, die Behauptung um das „Nichtwissen“ in militärischen Dingen zu untermauern, indem sie Ford mit Detailfragen bombardierten. Eine dieser Insiderfragen beispielsweise bezog sich auf Benedict Arnold, der als Abgesandter Britanniens in den amerikanischen Kolonien 1776 den Aufstand nieder schlagen sollte. Ob Ford denn wisse, so lautete die Frage, wieviele Soldaten ihm denn als Befehlshaber zur Lösung dieser Aufgabe anbei gestellt worden seien. Ford antwortete ironisch mit einer gehörigen Portion Schlagfertigkeit:

„Die genaue Zahl ist mir zwar unbekannt, aber ich weiß, dass die Zahl der Heimkehrer weit geringer war!“

Die Anwesenden im Gerichtssaal lachten, die Anwälte waren so verblüfft, dass sie nicht einmal mehr nachfassten. Doch irgendwann war es auch für Henry Ford zuviel, Napoleon Hill zufolge, beendete er den verbalen Schlagabtausch mit den folgenden Worten:„Nehmen Sie bitte folgendes zur Kenntnis: Wenn mir irgendwann tatsächlich daran gelegen sein sollte, diese oder irgendeine der anderen vorausgegangenen idiotischen Fragen zu beantworten, würde es mich einen einzigen Knopfdruck kosten, und der entsprechende Fachmann stände fünf Minuten später vor meinem Schreibtisch. Mir stehen genug Leute zur Verfügung, die mir jederzeit jede gewünschte Auskuft zu allen Aufgaben und Problemen geben können, denen ich den größten Teil meiner Zeit und Energie widme. Vielleicht wären Sie so gütig, mir zu verraten, warum ich mein Gedächtnis mit derlei nichtsnützigem Kram belasten soll, wenn ich von Experten umgeben bin, die mir bei Bedarf jede gewünschte Information liefern?“ - so berichtet Napoleon Hill, dessen Bestseller übrigens im Rusch-Verlag auch als besonderer Leckerbissen als Hörbuch erhältlich ist.

Übrigens: welche Antwort hätten Sie parat auf die Frage, wie der letzte Ureinwohner Tasmaniens hieß?

Tipp:
Decken Sie in kritischen Situationen konsequent die Absicht des Gesprächspartners auf, kontrollieren Sie lieber die Gesprächsführung und den –verlauf, anstatt dass Sie sich inhaltlich abmühen.