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Kriterien für Überzeugungskraft

  • Konsequenter Blickkontakt – von Anfang bis Ende der jeweils wichtigen Aussage liefert Überzeugungskraft. Danach darf der Blick aufgegeben werden, ansonsten leidet die Glaubwürdigkeit.
  • Sprechbegleitende Signale („Druck beim Sprechen, Anspannung, Aufseufzen“) entscheiden über die Wirkung, in Stresssituationen kontrollieren Sie bitte Ihre Sprechgeschwindigkeit, setzen diese bei Stresssymptomen gegebenenfalls runter. Ein zu schnelles Sprechen bewirkt den Eindruck des Gehetztseins – und des Zweifels.
  • Kontrollieren Sie bitte die Harmonie zwischen Bewegung, Stand oder Sitzhaltung und Mimik, üben Sie bei wichtigen Auftritten gerne einmal vor dem Spiegel.
  • Saubere und klare Formulierungen überzeugen, sprechen Sie sich wichtige Argumente oder Redesequenzen mehrmals laut vor. Erst das laute Vortragen schleift Formulierungen ein. Und nur diese wirken überzeugend. Zumindest Ihre wichtigen Botschaften müssen unmissverständlich formuliert sein.
  • Setzen Sie bei wichtigen Rede- und Gesprächssequenzen Wirkungspausen ein, diese erleichtern die Nachhaltigkeit der Aussage.
  • Beurteilen Sie bitte die Notwendigkeit bei Erklärungen. Geschilderte Erfahrungen verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn die Detailgenauigkeit der Schilderung zu breit wird („Erklärungszwang“ – Rechtfertigung und Zweifel).
  • Fokussieren Sie bitte Ihre Botschaften, verwässern Sie diese nicht durch unnötige Nebenthemen und Herumreden.
  • Grenzen Sie Aussagen immer richtig ab: „Nicht Lösung zwei, sondern Lösung eins gilt es zu präferieren!“ Die negative Abgrenzung gehört nach vorne, die richtige Botschaft steht hinten in der Aussage.
  • Fügen Sie notfalls auch zur Erklärung den jeweiligen „terminus technicus“ ein, umschreiben Sie ihn vorher aber. Die genaue Begrifflichkeit weist den Experten aus.
  • Verzichten Sie auf Schmeicheleien, diese wirken häufig aufgesetzt und erwecken Zweifel: „da er uns nicht überzeugen kann, schmeichelt er uns jetzt!“
  • Beschreiben Sie bei wichtigen, aber nicht plausibel klingenden Aussagen, die Zweifel auflassen könnten, den genauen Kontext. Dieses erleichtert die Einordnung von überraschenden Aussagen.
  • Weniger ist mehr, nicht viele Argumente, sondern dosierte gute Argumente, die Sie penetrieren, steigert die Glaubwürdigkeit.
  • Wiederholung von wichtigen Aussagen „verankert“ diese.

Tipp:
Diese Kriterien liefern Ihnen auch zugleich die Möglichkeit, Aussagen der Gesprächspartner auf Wahrheitsgehalt abzuklopfen! Nutzen Sie diese.
Gelieferte „Fakten“ können wir in Gesprächen selten überprüfen, aber die Art diese vorzutragen gibt uns einen Aufschluß für die Wahrscheinlichkeit der Plausibilität.

Und so decken Sie mutmaßliche Lügen auf oder checken die Glaubwürdigkeit gegen:

  • Nachfragen präzisieren die Aussage des Gegenübers, alternativ setzen Sie bitte Appelle ein
  • Wechseln Sie bei Zweifel oder Unsicherheit von der Sachebene auf die emotionale Ebene, lassen Sie sich Gefühle oder persönliche Eindrücke schildern.
  • In kritischen Fällen sprechen Sie es an, dass Sie dem Gesagten keinen Glauben schenken. Begründen Sie es genau.
  • Verwenden Sie einen „Paradigmenwechsel“, einen Rollentausch. Konfrontieren Sie Ihr Gegenüber mit einer Aussage wie dieser: „Versetzen Sie sich einmal in meine Situation, würden Sie dem Gesagten Glauben schenken?“
  • In ganz krassen Fällen behaupten Sie einfach: „Das kann nicht stimmen!“

Vermeiden Sie Sprachlosigkeit in allen Situationen, behalten Sie das „Ruder in der Hand!“